Aus dem Heimleben
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Maria Luisa: Heimkinder besuchen Zypern - ein Reisebericht

von Kiro Avramov und Maria Semkova

Ein fremdes Land zu besuchen, heißt nicht nur etwas über andere Menschen, deren Traditionen und eine fremde Kultur zu erfahren, sondern auch die eigene Kultur und die eigenen Traditionen besser kennenzulernen. Für einige Kinder des Kinderheims «Maria Luisa» wurde Wirklichkeit, wovon keines von ihnen je zu träumen wagte

Ein Geschenk des Konsuls der Republik Zypern machte es möglich

Als uns die Nachricht erreichte, dass einige von uns augewählt worden waren, an einer Reise nach Zypern teilzunehmen, wollten wir es erst gar nicht glauben. Doch es war wahr. der Konsul der Republik Zypern hatte 40 Heimkindern aus der Gemeinde Plovdiv eine Reise in seine Heimat geschenkt und der bulgarische Präsident die Schrimherrschaft über das Projekt übernommen. Am 21. Februar sollte es losgehen. Die Aufregung war groß, denn allein 15 Kinder aus unserem Heim "Maria Luisa" waren wegen ihrer schulischen Leistungen, ihres Engagements oder ihrer Hilfsbereitschaft mit der Reise ausgezeichnet worden. Und wir alle waren mächtig stolz.

Wir freuten uns riesig, dass auch unsere Heimleiterin Darina Kukeva und unsere Heimpsychologin Boyka Chobanova mitkommen und uns betreuen würden. Für sie, das merkten wir lange bevor es losging, war es sicher ganz besonders stressig. Denn niemand kann sich vorstellen, was es in heißt, alle notwendigen Unterlagen und Genehmigungen für jedes einzelne Kind zu besorgen. Wir glauben, dass die bulgarischen Behörden da fast noch strenger sind als die deutschen. Frau Kukeva fragte sich manchmal, ob sie wohl alle Unterlagen bis zum Abreise-Termin zusammen haben würde. Aber uns war klar, dass sie es schaffen würde.

Oh je, dann die Flugreise. Vergessen Sie nicht, die meisten von uns sind noch nie in einem anderen Land gewesen, geschweige denn haben sie jemals ein Flugzeug von innen gesehen. Und dann saßen wir in der Eisenhülle, die Turbinen wurden lauter und lauter und die kleinsten von uns bekamen es mächtig mit der Angst zu tun. Für sie war die Flugreise nur Furcht erregend und die görßeren hatten zu tun, sie einigermaßen abzulenken und zu beruhigen. Aber für viele, auch für uns, war es einfach nur interessant und aufregend - einfach abheben und fliegen und die Welt von oben sehen - wie wunderbar, ein Abenteuer.

Neben all unseren Besichtigungstouren war für uns ein Treffen ganz besonders interessant: Wir tafen uns mit Vertretern der bulgarischen Gemeinde in Larnaca. Kaum einer von uns wusste ja, dass auch in Zypern viele Bulgaren leben. Wie lebt man auf Zypern? Wie sind die Bulgaren dortin gekommen? Wir stellten viele Fragen....

Das wir gemeinsam etwas so Tolles wie diese Reise erleben konnten, hat unser Selbstwert- und auch unser Gruppengefühl enorm gestärkt. Und wir, Maria und ich, fanden es einfach schön, diese angenehmen Erfahrungen mit anderen zu teilen. Was das für Erfahrungen waren, darübe sollen Euch die folgenden Bilder etwas mehr erzählen...

 

 

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Wir wohnten in einem schönen Hotel in Larnaca. Wenn wir aus dem Fenster sahen, sahen wir das blaue, grünlich schimmernden Meer mit seinen weißen Kämmen. Und wenn wir aufwachten, glaubten wir manchmal zu träumen. Den ersten Tag unternahmen wir nichts, wir bummelten ein wenig und erholten uns von der Flugreise. ...

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Doch schon am nächsten Tag ging es los mit unserer großen Entdeckungstour durch ein uns unbekanntes Land. Erste Station war natürlich die Erkundung von Larnaka. Besonders beindruckten viele die Palmen an der Strandpromenade. Auch in Bulgarien gibt es Palmen am Schwarzen Meer, aber so große hatten wir noch nie gesehen...

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...In besonderer Erinnerung ist uns unsere Fahrt nach Agia Napa, einem der beliebtesten Ferienorte in Zypern. Hier gibt es eine Menge Hotels, über die wir nur staunen konnten. Vor der Küste gibt es aber auch interessante Klippen und weiße Felsformationen, wie diese hier. Immer wieder beeindruckend für uns war auch das klare fast durchsichtige Wasser....

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..Natürlich besuchten wir auch die Kirche, in der der Heilige Lazarus begraben sein soll, nachdem um 890 in Larnaka ein Sarg mit der Aufschrift: "Lazarus, der Freund Christi" gefunden worden sein soll. Na ja, wir können nicht wissen ob es wirklich stimmt, aber zumindest steht in der Bibel, dass der Jesus den schon toten Lazarus wieder zum Leben erweckt haben. Später wurde er zum Bischof ernannt und ist ein Schutzpatron der armen Menschen. Über seinem Sarg wurde also die Kirche erbaut und ist nun nach ihm benannt; Kirche zum Heiligen Lazarus ...

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... Besonders toll fanden wir den Besuch des Ocean-Museums. Wir glauben, wir alle hatten noch nie so viele Fische gesehen wie dort.

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...in zahlreichen Auarien konnten wir die unterschiedlichsten Fische und Korallen bewundern, von denen viele in hunderten Farben schimmerten. Aufregend und faszinierend...

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...fasziniert und neugierig durchstreiften wir auch die Hauptstadt Nikosia, dort besuchten wir das Stadtmuseum und versuchten zu verstehen, warum die Stadt durch eine sogenannte "grüne Linie" in der Mitte geteilt ist.....

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... Aber so richtig konnten wir dann doch nicht verstehen, warum die Türkei Zypern überfallen und ihnen einen Teil der Insel geraubt hat. Aber kann man so etwas überhaupt verstehen? Also wir finden niemand sollte einem anderen etwas rauben oder wegnehmen....

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... Lustig war es auch im Fatsa Wax Museum, in dem mit Wachsfiguren die geschichtliche Entwicklung Zyperns dargestellt wird. Leider haben wir vergessen, in seinem Inneren ein paar Fotos zu machen. Nie werden wir diese Reise vergessen, denn die meisten von uns glauben nicht wirklich daran, dass sie noch einmal die Möglichkeit ....

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...haben werden ins Ausland zu kommen. Also werden wir die vielen tollen Erlebnisse und die Gefühle... die diese Reise in uns auslöste noch lange mit uns und in uns tragen. Noch lange werden wir uns mit einem Lächeln an die Begegnungen, die Besichtigungen und die Begegnungen mit den Menschen auf Zypern erinnern...