
Aus dem Heimleben
Lukullische Messe im Heim Vasil Petleschkov
ES WIRD ALLEN SCHMECKEN
Mit großer Aufregung fieberten die Jugendlichen der Berufsbildungsklasse für Beiköche in Bratsigovo jenem Tag entgegen, an dem sie ihr erworbenes Wissen und ihre praktischen Fähigkeiten vor zukünftigen Arbeitgebern präsentieren sollten. "Ein wenig bange ist mir schon", sagte eine der Schülerinnen. "Aber andererseits haben wir in diesem Projekt viel gelernt. Ich bin sicher, dass es allen schmecken wird." Die Rede ist von einer "lukullischen Messe", die am zehnten April im Rahmen des Projektes "Zukunft für Euch!" stattfand - und ein voller Erfolg wurde.
CHEFKOCH DES HILTON-HOTELS ZEIGTE SICH BEEINDRUCKT.
Der Chefkoch des Hilton-Hotels besuchte gemeinsam mit seiner Verantwortlichen für die Ausbildung das Projekt und zeigte sich beeindruckt über die moderne Küche. Sie biete beste Voraussetzungen für eine gute Ausbildung und die Produktion qualitativ hochwertiger Speisen. Diese Küche, so sagte er, steht mit ihrer Technik der im Sofioter Hilton-Hotel in nichts nach. Er erklärte sich bereit, jederzeit Praktikanten aus Bratsigovo aufzunehmen. Absolventen könnten sich jederzeit um einen festen Job in seinem Haus bewerben.
GESPRÄCH MIT GESCHÄFTSFÜHRER DES ECO-HOTELS SDRAVETZ
Auch der Geschäftsführer des Eco-Hotels Sdravetz besuchte die Jugendlichen an diesem Tag. Er nahm sich viel Zeit für Gespräche. Danach bekräftigte er seine der Projektleitung gegebene Zusage, ausgebildeten Jugendlichen nicht nur einen festen Arbeitsplatz in dem von ihm geleiteten Hotel zu geben, sondern sich auch um Wohnraum zu kümmern. Das Eco-Hotel setzt vor allem auf die Verarbeitung ökologisch erzeugter Produkte in seiner Küche. Einige der Jugendlichen zeigten großes Interesse an dem Angebot.
WAS WILL DIE HEIMLEITERIN ?
In Vorbereitung auf die lukullische Messe zeigte sich leider, dass Heimleiterin Nina Naydenova zunehmend von den ursprünglichen Zielen des Projektes abrückt. Alle Bemühungen, mit ihr eine Möglichkeit für ein Praktikum der Schüler in einem renommierten Hotel zu finden, stießen auf ihren strikten Widerstand. Obwohl es durchaus Möglichkeiten gibt, behauptete sie, dass die bulgarischen Gesetze so etwas nicht zuließen und verstieg sich sogar zu dem Argument Praktika seien Kinderarbeit und solche sei in Bulgarien per Gesetz verboten. Tatsächlich ist die Gesetzeslage in Bulgarien in Bezug auf die prkatische berufliche Ausbildung sehr kompliziert. Jedoch gibt es im Rahmen der Gesetze durchaus Möglichkeiten für solche Prakitka - nur: man muss dies eben auch wollen. Auch die geplante Durchführung der lukullischen Messe stieß auf ihr Missfallen. So wehrte sie sich zunächst vehement gegen den Plan der Projektleitung, die Jugendlichen die eigenen Produkte auch servieren zu lassen. Die Jugendlichen würden als Beiköche ausgebildet und nicht als Kellner, war ihr Argument. Schließlich konnte sie doch noch überzeugt werden, dass ein Koch zwar nicht servieren muss, es aber seiner Allgemeinbildung zu Gute komme, wenn er auch das könne. Am Ende unterstützte sie das Projekt zwar vorbehaltlos, ihr Auftreten gegenüber den potentiellen und zukünftigen Arbeitgebern war jedoch nicht angemessen und macht der Projektleitung zunehmend Sorge

Auf einem Bufett zeigten die Jugendlichen ihr Können - alle Speisen wurden von ihnen selbst zubereitet und attraktiv präsentiert

In der Küche laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Zum Nachtisch soll es Eierkuchen geben....

Draußen warten die Gäste. Hier der Geschäftsführer des Eco-Hotel Sdravetz im gespräch mit Vereinsvorsitzenden Mirko Schwanitz und der Leiterin der NAVA, Reneta Veneva

Jetzt ist Eile an gesagt. Wie in einer richtigen Hotelküche heißt es jetzt - das Essen heiß und schnell zu servieren. (l.) Letzlich musste sogar die Heimleiterin zugeben, dass es eine gute Idee war, die Kinder auch in einige Geheimnisse des Servierens einzuweihen...







Lukullische Messe im Heim Vasil Petleschkov

…wenn es durch ihre Arbeit gelingt, auch nur einem einzigen dieser ‚Nullchancen‘-Kinder ein menschenwürdiges Zuhause und damit wenigstens ein paar Chancen und Voraussetzungen für ihr künftiges Leben zu geben, so hätte sich dieses Projekt einen Nobelpreis verdient…



Im Rahmen dieses Wettbewerbs erhielten wir für das Projekt „Rekonstruktion des Waisenhauses Maria Luisa“ einen ersten Preis, der von der ehemaligen EU-Kommissarin Monika Wulff-Matthies überreicht wurde.
Außerdem wurde das Projekt unter die 25 besten ehrenamtlichen Hilfsprojekte Deutschlands gewählt.