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Tätigkeitsbericht 2007

Werte Mitglieder,

das Jahr 2007 war für den Verein ein arbeitsreiches Jahr und nicht einfaches Jahr. Die Spendensituation hat sich verschlechtert. Dennoch sind wir zuversichtlich, dass wir unser Ziel, das Pilotprojekt „Maria Luisa“ zu einem nachhaltigen Hilfsprojekt mit landesweiter Ausstrahlung erreichen werden. Darauf hat der Vorstand in diesem Jahr seine gesamte Kraft investiert.

Der Vorstand tagte im Berichtszeitraum regelmäßig aller drei Monate.

Für 2007 muss festgestellt werden:

  1. das Finanzamt hatte hinsichtlich unserer Steuererklärung für das Jahr 2006 keinerlei Beanstandungen.
  2. der nach der Fertigstellung des zweiten Wohnhauses aus Alters- und Gesundheitsgründen erfolgte Rückzug der Vorsitzenden unseres bulgarischen Partnervereins, Dr. Dona Koleva, konnte durch eine Restrukturierung des dortigen Partnervereins ausgeglichen werden. Der neu bulgarische Partner-Verein trägt nun den Namen „POSSAD“, was soviel wie „Aussaat“ bedeutet, hat einen zahlenmäßig größeren Vorstand und wird wesentlich teamorientierter arbeiten, als das unter Dr. Dona Koleva der Fall sein konnte. Dr. Dona Koleva wird dem neuen Verein nicht nur beratend zur Verfügung stehen, sondern auch ihren politischen Einfluss für das Projekt geltend machen.
  3. Vermittelt durch den neuen Partnerverein erhielt der deutsche Vorstand Zugang zu jenen politischen Kräften, die die Kommunalwahlen im November gewannen. Darunter auch der jetzige neue OB von Plovdiv. Alle heute das Plovdiver Stadtparlament dominierenden politischen Kräfte, haben bereits vor den Kommunalwahlen, dem Projekt ihre Unterstützung zugesagt. Eine Zusage, die 2008 in Vertragsform, vorliegen soll.
  4. Größer Erfolg ist die Zusage der Gemeinde, das Projekt „Maria Luisa“ als einziges soziales Großprojekt zu fördern
  5. Die Bemühungen um eine breitere Öffentlichkeit waren trotz Aufnahme Bulgariens in die EU wenig erfolgreich. Das Land befindet sich nach wie vor im „toten Winkel“ sämtlicher Redaktionen. Dennoch gelang es uns zwei Besuche deutscher Journalisten im Heim zu organisieren. Im Ergebnis erschien eine Reportage in der Koblenzer Rheinzeitung

Aktivitäten:

Im Mittelpunkt der Vereinsarbeit stand 2007 die Vorbereitung der 3. Etappe des Projektes, die Planung, Weiterentwicklung und Umsetzung der Errichtung eines Ausbildungs- und Therapiezentrums auf dem Gelände des Heimes „Maria Luisa“, Plovdiv sowie die Einrichtung zweier Berufsausbildungsprojekte im Heim „Pavel Babekov“ in Panagyurishte.

1. Vorbereitung der 3. Etappe

Die Planungs- und Vorbereitungsarbeiten machten es notwendig, dass der Vorstandsvorsitzende und die Patenschaftsbeauftragte in diesem Jahr zweimal nach Bulgarien reisen mussten. Die erste Reise erfolgte im Mai nachdem die Heimleiterin in einem Rundtisch-Gespräch allen Fachexperten der Gemeinde das Projekt vorgestellt hatte. Die Reise hatte das Ziel, sich diesen Experten vorzustellen, Fragen zu beantworten und zu erfahren, welche speziellen neuen Anforderungen an das Projekt gestellt werden. Ein zweiter nicht unswesentlicher Aspekt, war die Kontaktaufnahme zu jenen politischen Kräften, von denen vermutet wurde, dass sie bei den Kommunalwahlen im Herbst, die jetzige Stadtregierung ablösen würden. Mit jedem einzelnen Parteivorsitzenden wurden Gespärche geführt. Alle versicherten dem Projekt ihrer Unterstützung. Allerdings muss die nicht eingehaltene Zusage des stellvertretenden Bürgermeisters, Konstantin Piskov, noch vor der Sommerpause, einen entsprechenden Gmeinderatsbeschluss über das Projekt einzubringen, als herber Rückschlag gewertet werde. Vor allem, weil dadurch viel Zeit verloren geht. Nun soll im Januar 2008 ein erneuter Versuch unternommen werden, einen solchen Antrag einzubringen.

2. Restrukturierung des Bulgarischen Partnervereins

Um bei der Durchführung der 3. Etappe eine ebenso effektive Kontrolle über die Nutzung der Spendengelder zu haben, unternahm der Vorstand alles, den bulgarischen Partnerverein nach dem Rückzug von Fr. Dr. Koleva neu aufzustellen. Dazu wurde der ins Auge gefasste neue Vorsitzende nach Deutschland eingeladen, um mit mihm hier über seine und unsere Vorstellung zu sprechen und Klarheit über die Ernsthaftigkeit seiner Absichten zu gewinnen. In Plovdiv ging es dann bereits um konkrete Maßnahmen. Vor allem ging es darum, die Arbeit auf breitere Schultern zu verteilen. Für den Vorstand wurden zunächst zwei deutsche Unternehmer gewonnen, die jedoch kurz vor der Neuregistrierung des Vereins, wegen Problemen in ihren eigenen Firmen absagen musste. Beide Unternehmer haben aber zugesagt, sich für den Verein zu engagieren, sobald die Probleme beseitig sind. Vorsitzender des Partnerverein ist nun der ehemalige und heute freie Stadtarchitekt von Plovdiv Valentin Marinov. Damit wurde auch in Hinblick auf die bevorstehende Bautätigkeit ein exzellenter Experte gewonnen. Desweiteren sitzen im Vorstand, ein ehemaliger stellvertretender Bürgermeister, der in den Verein ein hohes Maß an Kenntnis im Umgang mit Behörden sichert. Außerdem im Vorstand: Die Heimleiterin Darina Kukeva, die langjährige Mitarbeiterin und Übersetzerin Mariana Gamizova, sowie der deutschen Vereinsvorsitzende Mirko Schwanitz.

3. Erarbeitung eines Qualifizierungsprogramm für Heimpädagogen

Mit hohem zeitlichen Aufwand wurde gemeinsam mit der „National Alliance for Volunteers“ und der „Neuen Universität Sofia“ ein Ausbildungsprogramm für Heimpädagogen erarbeitet und ein Förderantrag bei der Boschstiftung über 9000 Euro gestellt. Leider wurde eine Förderung abgelehnt und bisher kein Ersatz gefunden, so dass sich der Vorstand weiter um eine Förderung dieses wichtigen Programm bemühen muss. Der Start musste daher auf das Jahr 2008 verschoben werden.

4. Installierung von Berufsausbildungprojekten im Heim „Pavel Babekov“

Bereits im letzten Jahr bemühte sich der Vorstand die geplanten Berufsausbildungsprojekte zum Laufen zu bringen. Jedoch war bis zum EU-Beitritt Bulgariens völlig unklar, ob das Heim „Pavel Babekov“ als Heim bestehen bleibt. Daher konnte es der Vorstand nicht verantworten, einen Großteil der von Universum-Film gespendeten Gelder dort zu investieren und musste sie zurückhalten. In diesem Jahr klärten sich die Dinge. Gemeinsam mit Heim und Gemeinde, wurden entsprechende Verträge geschlossen. Auf 1500 Quadratmeter Nutzfläche wurde mit einem vorberuflichen landwirtschaftlichen Ausbildungsprogramm begonnen. Zum Ende des Jahres wird auch die Schneiderei eingerichtet sein, in der ab 2008 eine vorberufliche textilfachliche Ausbildung stattfinden soll. Für beide Projekte wurde Berufsasubilder eingestellt. Der Verein finanziert aus den Spendengeldern deren Gehälter, die Gemeinde übernimmt alle Kosten der Sozialversicherung. Das Projekt ist zunächst auf zwei Jahre befristet. Es wird von den Ergebnissen abhängen, ob sie weitergeführt werden. Die ersten Erfahrungen sind poisitv. 2007 wurde eine reiche Kartoffelernte eingebracht, die die Versorgung des Heimes sinnvoll ergänzten.

5. Bau- und Einrichtungsmaßnahmen

Baumaßnahmen fanden 2007 nicht statt. Jedoch wurden zwei Sanitärbereiche im Haus I saniert und kleinere Reparaturarbeiten vorgenommen. Desweiteren wurde es notwendig, den alten Speisesaal mit einem neuen Dach zu versehen. Im Oktober wurde das Gebäude zudem auf Kosten der Stadtverwaltung neu verputzt und mit kleineren Sanierungsarbeiten im Küchentrakt begonnen. Für sechs Häuser wurden neue Couchgarnituren angeschafft, an allen Hauseingängen wurden auf Wunsch der Kinder Briefkästen angebracht. An den Doppelstockbetten wurden die Sicherungen gegen ein Herausfallen der Kinder verstärkt. Für das Jahr 2008 ist geplant, gemeinsam mit einigen Paten und Freunden zwei weitere Sanitärbereiche im Haus I zu sanieren

6. Projekte für die Kinder

Der Verein finanzierte auch in diesem Jahr die Deutsch-Arbeitsgemeinschaft, die vor allem der Durchführung des Patenschaftsprogrammes dient. Desweiteren erhielt jede Gruppe Zuschüsse zu den Weihnachtsfeiern. Der Internetanschluss des Heimes wurde durch eine Spende gesichert. Die Heim erhält nach wie vor einen Zuschuss, um einen qualifizierten Hausmeister beschäftigen zu können. Für das kommende Jahr ist eine Forsetzung des Mauerbemalungsprojekts vorgesehen. Für ein Projekt, in dem alle Kinder des Heimes kochen lernen sollen, werden ca. 2000 Euro bewilligt

7. Öffentlichkeitsarbeit

Bei der Öffentlichkeitsarbeit richtete sich der Focus vor allem auf das Networking, das Knüpfen von Kontakten und Ausloten künftiger Kooperationen, insbesondere im Hinblick auf die Bewirtschaftung des geplanten Ausbildungs- und Therapiezentrums. Dazu wurden Vorgespräche mit den Maltesern geführt aber auch Kontakte zu Renovabis geknüpft. Konkrete Ergebnisse liegen jedoch noch nicht vor. Vereinbart wurde, weiter miteinander im Gespräch zu bleiben. Dabei sind die Gespräche mit den Malteser weiter fortgeschritten als mit Renovabis. Der Vorstand bemühte sich um eine personelle Verstärkung. Das ist in diesem Jahr gelungen. Die Patenschaftsbeauftragte Dora Stütz wird in Zukunft von Nadya Nehl unterstützt. Dr. Renate Kreibich wird kommissarisch die Aufgaben der stellvertretenden Vorsitzenden Dr. Christel Uebel übernehmen, die sich zum Jahresende von ihrem Amt zurückziehen wird. Die Pflege der Mitglieder und Sponsoren wird von Frau Ursula Bürgel übernommen. Es liegen weitere Bewerbungen zur Mitarbeit im Vorstand vor, über die auf der Mitgliederversammlung 2008 entschieden werden muss.

Die bulgarische Webdesign-Firma, die bisher ehrenamtlich die Seite des Vereins betreute, sieht sich auf Grund wirtschaftlicher Schwierigkeiten dazu 2008 nicht mehr in der Lage. Dem Vorstand ist es gelungen, zwei Studenten in Deutschland zu finden, die gegen eine geringe Aufwandsentschädigung bereit sind, eine neue Website für den Verein zu erstellen, und zwar so, dass der Verein selbst in der Lage ist, anstehende Aktualisierungen vorzunehmen.

Zweimal besuchten deutsche Journalisten das Heim „Maria Luisa“. Im Dezember erschien eine Reportage in der Koblenzer Rheinzeitung. Damit verbindet der Vorstand auch Hoffnung auf Spenden, insbesondere für die neu einzurichtende Groß- und Lehrküche des Heimes.

8. Finanzen

Im Jahr 2007 konnte der Verein rund 22.000 Euro an Spenden sammeln. Damit sank das Spendenaufkommen gegenüber 2006 auf 40 Prozent.

9. Verwaltungskosten

Die Verwaltungskosten lagen 2008 trotz der gesunkenen Spendeneinnahmen deutlich höher als in den Jahren zuvor. Sie beliefen sich auf ca. 6.000 Euro. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um unumgängliche Reise-, Übersetzungs- und Projektvorbereitungskosten für das geplante Ausbildungs- und Therapiezentrum.

Berlin, den 30.12.2007

Gezeichnet

Mirko Schwanitz / Vorstandsvorsitzender