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1. Juni 2008 Internationaler Kindertag im Heim Maria Luisa
Plovdiv Eigentlich war es eine Reise zu unseren Projekten wie viele andere auch. Doch das erste Mal konnten wir die Reise so planen, dass wir den Internationalen Kindertag gemeinsam mit "unseren Kindern" in Bulgarien feiern konnten. Da wurden die vielen anderen Gespräche mit Vertretern der Kirche, der Gemeinde Plovdiv und der Besuch unserer Berufsausbildungsprojekte in Heim "Pavel Babekov" in Panagyurishte fast zur Nebensache.
Wie sehr die Kinder sich freuten. Wir begleiteten sie zur Eröffnung einer Ausstellung, in der die schönsten Arbeiten aus einem Kunst-Therapie-Projekt ausgestellt waren. Dieses Projekt was das Ergebnis eines Besuches einer jungen Neuseeländerin, die im vergangenen Jahr mit uns gemeinsam das Heim besucht hatte. Die Therapeutin hatte seitdem wirklich Erstaunliches geleistet. Sie hat die Kinder nicht nur das Malen gelehrt, sondern ihnen beigebracht, über das, was sie malen,auch zu sprechen. Und so standen die Kinder auf der großen Bühne und ein jedes erzählte, was auf seinem Bild zu sehen war. Danach wurden wir zu jedem Bild gezogen, jeder wollte, dass wir uns zu seinem Bild äußerten. Na ja, was gibt es zu sagen - wir waren gerührt. Und sprachlos darüber, welche Fähigkeiten in den Kindern vom Maria Luisa stecken. (Einige der Bilder sind in den Bildstrecken auf unserer Website zu sehen).
Das Schönste aber verrieten wir den Kindern erst, als sie uns im Heim zu ihrer ganz eigenen Feier empfingen. Naütrlich wurde gesungen, getanzt und der Musiklehrerin stand noch immer die Freude über das neue Akkordeon ins Gesicht geschrieben, das unser Pate Dieter Mathies ihr vor einiger Zeit aus Berlin mitgebracht hatte. Gedichte wurden vorgetragen und Reden gehalten.
Unser Vorsitzender aber hielt keine Rede. Er erzählte, dass nicht nur wir über die Bilder erstaunt waren, die die Kinder gemalt hatten, sondern auch die Jury der MIT-Initiative des deutschen Henkel-Konzerns. Der hatte nämlich zu einem weltweiten Mal-Wettbewerb aller Kinderprojekte aufgerufen, die von Mitarbeitern des Henkel-Konzerns unterstützt wurden. Als Mirko Schwanitz den Kindern mitteilte, dass i h r e Bilder einen der ersten Preise gewonnen hätten und das Preisgeld von 1000 Euro überreichte, war das Hallo natürlich groß. Mit diesem Geld wird nun nicht nur das Therapie-Projekt fortgesetzt. Es wird auch eingesetzt, um Teile eines neuen Psychologen-Kabinetts auszustatten.
Es gäbe noch vieles von dieser Reise zu erzählen. Von dem langen Gespräch z.B. das wir mit dem neuen stellvertretenden Bürgermeister führten, der erste übrigens, der sich einen ganzen Nachmittag für unsere Sorgen Zeit nahm und sogar seine ständig klingelnden Handys abschaltete. Oder darüber, wie wir innerhalb eines Tages entscheiden mussten, ob wir die eigentlich für das "Maria Luisa" geplante Berufsausbildungsküche in einem anderen Kinderheim 25 km außerhalb von Plovdiv bauen sollen. Doch dazu vielleicht ein anderes Mal.
Viel wichtiger war den Kindern vom Maria Luisa noch ein anderer Tag. Es war der erste Tag, an dem Mirko Schwanitz und Dora Stütz einen ganzen Nachmittag und Abend mit einigen Jungen und Mädchen zusammen kochten. Mirko machte einen riesigen deutschen Hackbraten (an dem einiges wegen fehlender Gewürze improvisiert werden musste) und Dora machte - hmmm - leckere spanische Süßigkeiten. Für die Kinder, die anwesenden Erzieher, Mirko und Dora wurde es ein Abend, den sie lange nicht vergessen werden.

Mit Spannung erwarten die Kinder die Eröffnung einer Ausstellung mit ihren Bildern im Sozialzentrum der Stadt Plovdiv

Natürlich durften zur Ausstellungseröffnung lustige Lieder nicht fehlen

Bezaubernd: Mit großem Einfühlungsvermögen ließ die Kunsttherapeutin einzelne Kinder die Geschichten erzählen, die sie in ihren Bildern dargestellt haben

Boshidar Iliev (8 Jahre) mit seinem Meisterwerk

Boshidar Slavtshev (9 Jahre) malte das, was er sich am meisten wünscht: Mutter und Vater

Ein Farbenspiel von Vasil Iliev (10 Jahre)

Schon vor dem Kindertag waren alle mit Begeisterung dabei, die Häuser mit kleinen Kunstwerken auszugestalten

Natürlich gab es auch im Heim Maria Luisa selbst kleine Ausstellungen - wie hier die der Sportpokale, die die Kinder des Heimes in den letzten Jahren gewonnen haben

.... oder auch die Präsentation kleiner, aus gefärbten Nudeln und Salzteig gebastelten Kunstwerke...

... und selbst draußen verwandelten sich Teile des Fußbodens in kleine "Kunstgalerien"

Grazien: lange geübt hatten die Mädchen für ihre Tanzdarbietung und wurden mit viel Beifall belohnt

Der Vorsitzende des Vereins, Mirko Schwanitz besucht gemeinsam mit der Patenschaftsbeauftragen, von allen Kindern nur liebevoll "Tante Dora" genannt, und dem neuen stellvertretenden Bürgermeister der Stadt Plovdiv, Krasimir Rangelov, jede einzelne Gruppe






1. Juni 2008 Internationaler Kindertag im Heim Maria Luisa 



…wenn es durch ihre Arbeit gelingt, auch nur einem einzigen dieser ‚Nullchancen‘-Kinder ein menschenwürdiges Zuhause und damit wenigstens ein paar Chancen und Voraussetzungen für ihr künftiges Leben zu geben, so hätte sich dieses Projekt einen Nobelpreis verdient…



Im Rahmen dieses Wettbewerbs erhielten wir für das Projekt „Rekonstruktion des Waisenhauses Maria Luisa“ einen ersten Preis, der von der ehemaligen EU-Kommissarin Monika Wulff-Matthies überreicht wurde.
Außerdem wurde das Projekt unter die 25 besten ehrenamtlichen Hilfsprojekte Deutschlands gewählt.