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17.10.2008 - Hohe Plovdiver Ehrung für den Verein
Zum Auftakt der "Woche der Sponsoren" wurde der "Verein Zur Förderung Bulgarischer Kinderheime" e.V. am Freitag, den 17. Oktober 2008 mit der Ehrenplakette der Stadt Plovdiv ausgezeichnet.
Diese Auszeichung erhalten nur Sponsoren, die sich auf besondere Weise um das Wohl der Stadt verdient gemacht haben, erklärte Vize-Bürgermeister Krasimir Angelov, im Beisein zahlreicher Pressevertreter und der Direktoren aller Sozialeinrichtungen der Stadt.
Nach der französischen Hilfsorganisation "Bone Mine" ist die deutsche Hilfsorganisation damit die zweite ausländische Nichtregierungsorganisation, die diese hohe Auszeichnung erhält.
Der deutsche Verein sei angesichts des Spendenvolumens, das er der Stadt für die Verbesserung ihres Jugendfürsorgesystems zur Verfügung gestellt habe, so manchem Wirtschaftsinvestor ebenbürtig. Der Wert des mit dem Neubau des Kinderheimes "Maria Luisa" geschaffenen Sozialkomplexes und der mit ihm verbundenen Leistungen betrage inzwischen weit über eine Million Euro. Der deutsche Verein unterscheide sich in mancher Hinsicht von vielen in Bulgarien tätigen ausländischen Hilfsorganisationen. Viele von ihnen würden sich leider immer dann aus Bulgarien zurückziehen, wenn keine öffentlichen, kirchlichen oder EU-Fördergelder mehr fließen. Da der deutsche Verein nur ein einziges Mal eine kurzfristige öffentliche Förderung seitens der Bundesregierung erhalten habe, sei seine Arbeit in den letzten zehn Jahren nicht hoch genug zu bewerten.
Angesichts der Tatsache, dass alle Mitglieder des Vereins in diesem Zeitraum ehrenamtlich und unentgeltlich für das Wohl der Kinder Bulgariens arbeiteten, sei es eine Schande, dass bisher keiner seiner Amtsvorgänger es für notwendig befunden habe, diesen Menschen zu danken. Das wolle er hiermit nachholen und sich im Namen der Bürger der Stadt entschuldigen. Angelov verband dies mit der Hoffnung, dass nun ein neues "Zeitalter" in den Beziehungen zu internationalen Hilfsorganisationen angebrochen sei.
Vereinsvorsitzender, Mirko Schwanitz, sowie Vorstandsmitglied, Dora Stütz, betonten in ihren Antworten, dass sie die Ehrung im Namen des gesamten Vereins sowie aller annehmen, die seine Arbeit bisher unterstützt hätten. Dora Stütz hob dabei insbesondere die Rolle jener Menschen in Deutschland, Luxemburg und Italien hervor, die Patenschaften über bulgarische Heimkinder übernommen hätten. Beide Vertreter bedankten sich für die hohe Auszeichnung und verwiesen darauf, dass niemand im Verein für Ruhm und Ehre, sondern alle ausschließlich für die Kinder arbeiten würden. Niemand hätte bisher auch nur einen Gedanken auf irgendwelche Würden verschwendet, auch wenn sich der Verein sehr wohl um Preise beworben hätte. Dabei ginge es ihm aber nicht um die Würden, sondern vor allem um die Dotierungen, erklärte Schwanitz Augen zwinkernd. Diese könnten dann nämlich wieder den Kindern zu Gute kommen. Das es dem Verein also nicht um Ehrungen oder seinen Mitgliedern um persönliche Profilierung gehe, davon könne sich jeder Besucher des Heimes "Maria Luisa" überzeugen.
Ausgiebig würdigte der Vereinsvorsitzende die Rolle des bulgarischen Partnervereins, insbesondere von Dr. Dona Koleva. Die Unternehmerin und langjährige Geschäftsführerin des mittelständischen Plovdiver Pharmaunternehmens Biomeda hatte durch ihren Einsatz den "Startschuss" zu den Aktivitäten des deutschen Vereins gegeben und die für Bulgarien beispiellose Hilfsarbeit erst möglich gemacht. Zudem habe sie durch ihre Korrektheit dazu beigetragen, dass nicht ein einziger Cent zweckentfremdet eingesetzt wurde - etwas, das, wie sie betonte, in ihrem Land leider nicht immer selbstverständlich sei.
Besonders aufmerksam verfolgten die bulgarischen Teilnehmer Ausführungen, in denen Schwanitz auf kreativen Ideen von Förderern des Vereins einging. So unterstütze die Ethikbank, ein Unternehmen der Volksbank Eisenberg, die Projekte des Vereins seit Jahren mit einem sogenannten Förderkonto. Hier stecken Anleger ihr Geld in eine Tagesgeldkonto und verzichten bewusst auf 0,25 Prozentpunkte ihrer Zinsen. Die Vorstand der Ethikbank und die Anleger dieser Konten, so Schwanitz, seien zu den wichtigsten Förderern des Projektes geworden.
Der beste Dank und zugleich die wichtigste Hilfe sei es, wenn die Stadt endlich Mittel aus den EU-Infrastrukturfonds für die von der Gemeinderatssitzung beschlossenen Errichtung des Ausbildungs- und Therapiezentrums auf dem Gelände des Heimes "Maria Luisa" beantragen würde, so Vereinsvorsitzender Mirko Schwanitz zum Abschluss der Veranstaltung. Darauf würden der deutsche Verein, seine Förderer und das gesamte Sozialfürsorge-System Bulgariens sehnsüchtig warten.

Im Beisein zahlreicher Gäste und Medienvertreter wurde der Verein im Plovdiver Rathaus ausgezeichnet

Aus den Händen des Vize-Bürgermeisters der Stadt, Krasimir Angelov, erhielten der Vorsitzende und die Patenschaftsbeauftragte des Vorstands, Dora Stütz, die hohe Ehrung

Der größte Dank, so Schwanitz in seiner Rede, wären Taten seitens der Gemeinde - insbesondere die Beantragung von Mitteln aus den EU-Strukturfonds für die Errichtung des längst beschlossenen Ausbildungs- und Therapiezentrums

Dr. Dona Koleva dankt Mirko Schwanitz für die herzlichen Worte und beglückwünscht ihn zu der Auszeichnung

In ihren Dankesreden hatten Dora Stütz und Mirko Schwanitz in warmen Worten auch dem Pädagogenteam des Heimes "Maria Luisa" gedankt. Ohne dieses aufgeschlossene und experimentier- freudige Team sei ein Pilotprojekt wie das Heim "Maria Luisa" unmöglich. (Auf dem Foto: Pädagogen, Mitglieder und Freunde des Vereins)








17.10.2008 - Hohe Plovdiver Ehrung für den Verein



…wenn es durch ihre Arbeit gelingt, auch nur einem einzigen dieser ‚Nullchancen‘-Kinder ein menschenwürdiges Zuhause und damit wenigstens ein paar Chancen und Voraussetzungen für ihr künftiges Leben zu geben, so hätte sich dieses Projekt einen Nobelpreis verdient…



Im Rahmen dieses Wettbewerbs erhielten wir für das Projekt „Rekonstruktion des Waisenhauses Maria Luisa“ einen ersten Preis, der von der ehemaligen EU-Kommissarin Monika Wulff-Matthies überreicht wurde.
Außerdem wurde das Projekt unter die 25 besten ehrenamtlichen Hilfsprojekte Deutschlands gewählt.