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"Berufsausbildung ist das Wichtigste" - der Rundbrief 2008

Liebe Mitglieder des Vereins zur Förderung Bulgarischer Kinderheime, liebe Paten, Sponsoren, Spender und Freunde,
 

es ist dies das erste Mal, dass wir, die Kinder der Kinderheime „Maria Luisa“, „Pavel Babekov“ und „Vasil Petleschkov“ Ihnen zur Weihnachtszeit schreiben. Sie ist auch für uns die schönste Zeit. In den Speisesälen unserer Heime stehen geschmückte Weihnachtsbäume. Und alle sind schon sehr aufgeregt. Selbst die Kleinsten wissen, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis das Christkind kommt, heimlich und in der Nacht und immer dann, wenn es keiner sieht. Deswegen haben einige beschlossen, dieses Jahr wirklich wach zu bleiben. Das ist, weil einige von uns Wünsche haben, von denen sie glauben, das nur das Christkind sie erfüllen kann… Ich weiß inzwischen, dass das Wünsche sind, die in kein Paket passen, weil ich selbst einmal solche Wünsche hatte. In diesem Jahr habe ich bemerkt, dass ein paar von unseren Neuzugängen unter den kleinen Kindern so komisch gucken, wenn wir Großen erzählen, dass ein Christkind kommt, um die Geschenke unter den Baum zu legen. Deshalb habe ich den Verdacht, dass einige in diesem Jahr wohl zum ersten Mal ein Weihnachtsgeschenk bekommen werden. Sie fragen dann immer, was sie denn dafür tun müssen, dass sie ein Geschenk bekommen, schließlich kenne sie doch dieses Christkind gar nicht. Wir Großen sagen ihnen dann, dass sie nur das Gute in ihre Herzen lassen sollen. Wir sagen ihnen auch, dass sie nicht traurig sein sollen, weil sie jetzt ganz viele Freunde haben, mit denen sie jeden Tag spielen können und niemand da ist, der ihnen weh tut. Natürlich wissen die neuen Kinder noch nicht, dass es im großen fernen Deutschland Menschen gibt, die uns helfen. Wenn wir davon erzählen, gucken sie genauso, wie wenn wir vom Christkind erzählen. Aber wenn ich mir es genau überlege ist es ja irgendwie wirklich ein bißchen so – für uns ist es ja wirklich ein Geschenk, dass Sie im fernen Deutschland an uns denken. Vieles von dem, was Sie für uns tun, tun sie genauso heimlich wie das Christkind und doch verändert es unser Leben - ständig, jeden Tag und ohne das wir es unbedingt bemerken, finde ich ….
 

Ihre Elena, Vorsitzende des Kinderrates des Heimes „Maria Luisa“*

„Ihr habt mir meine Angst genommen“

Mein Name ist Dimitar und ich habe lange im Heim „Maria Luisa“ gelebt, eigentlich die meiste Zeit meines bisherigen Lebens. Heute bin ich 19 und lebe in einer kleinen Wohnung. Aber das Heim besuche ich oft und so erfuhr ich von diesem Brief. Ich sagte, ich will auch was schreiben. Sie wollten es erst gar nicht glauben. Na ja, ich war nie ein guter Schreiber, in Bulgarisch, sorry, nur mittelmäßig. Ich gehöre zu den Jungs, die noch wissen, wie es war, bevor die Helfer aus Deutschland auftauchten. Direktorin Kukeva sagt, das war vor zehn Jahren. Ich kann das gar nicht glauben. Ich meine, davor kamen immer mal Leute und brachten Obst, auch mal Schuhe, ein paar Konserven. Ich schreibe diese Zeilen, weil ich Ihnen endlich sagen muss, was Ihre Hilfe mir gebracht hat. Sie haben mir ein neues Leben gebracht! Bevor die Spenden aus Deutschland kamen, lebte ich irgendwie in der Dunkelheit. Mir fällt leider kein anderes Wort ein. Seitdem die neuen Häuser da waren wurde es irgendwie heller um mich. Und als ich vor kurzem 19 wurde und bei mir eine seltene und schwer zu behandelnde Form von Diabetes diagnostiziert wurde und ich furchtbare Angst hatte, wie es nun weiter gehen sollte, da war wieder Hilfe da. Darina Kukeva sagte mir, ab sofort würden der deutsche Verein Spenden bereitstellen, um die Kosten für meine medizinische Behandlung in Sofia zu bezahlen. Ich habe oft gehört, die Deutschen seien ein kaltes und herzloses Volk. Für mich gehören sie zu den Menschen mit den wärmsten Herzen. Das ist es, was ich hier schreiben wollte. Ich hoffe, ich habe nicht allzu viele Rechtschreibefehler gemacht. Mein Herz ist voll Freude ist und Dankbarkeit.

„Meine Bilder machen keine bösen Gesichter mehr“

Ja, ich gehe gerne zu der Tante malen. Die ist ganz schön streng. Ja, aber auch lustig. Sie erklärt immer ganz viel. Da passt manchmal gar nichts mehr rein in meinen Kopf. Die kann auch zaubern, die Tante. Wieso? Vorher konnt ich gar nicht malen, sind mir immer abgebrochen die Stifte. Geht jetzt besser. Was ich gemalt habe? Na so Strichmännchen. Aber die hatten immer so böse Gesichter. Aber jetzt ist es anders. Warum? Du fragst immer so viel! Weiss nicht warum. Neulich hat die Tante gesagt, meine Bilder lachen. So was. Bilder können doch nicht lachen! Aber dann hab ich mir’s nochmal angeguckt. Irgendwie hat sie doch Recht gehabt. Vielleicht weil ich den schönsten Tag im Jahr gemalt habe – wenn wir in die Ferien abfahren. Was sagst Du? Das Bild hat einen Preis gewonnen? In Deutschland? Weiß ich doch! 300 Euro – soviel Geld hab ich noch nie gesehen. Also wenn man für Malen soviel Geld kriegt, werd ich Maler – oder, was meinst Du?

(Gespräch mit Christos, 8 Jahre, aufgezeichnet von Elena)

PS: Christo ist ein ehemaliges Straßenkind und Teilnehmer der von einer neuseeländischen Freundin des Vereins finanzierten Art-Therapie. Er gewann in einem internationalen Malwettberb des Henkel-Konzerns für sein Bild „Mein schönster Tag – Fahrt in die Ferien“ einen ersten Preis. Das Preisgeld wurde vom Verein auf 500 Euro aufgestockt und ebenfalls für die Art-Therapy zur Verfügung gestellt, die inzwischen wichtiger Bestandteil bei der Behandlung psychischer Traumata vor allem hyperaktiver Kinder im Heim „Maria Luisa“ ist.

„Es fehlt an nichts, es fehlt an allem“

Mein Name ist Ivanka Tschobanova, ich bin Erzieherin der ersten Gruppe im Haus I. Mein Kollege und ich sind sehr stolz darauf, in diesem Heim arbeiten zu können. Ohne die herzliche Anteilnahme der Spender in Deutschland sähe nicht nur unser Arbeitsplatz heute ganz anders aus. Auch unsere Möglichkeiten, den Kindern zu helfen wären wesentlich beschränkter. Dank Ihrer Hilfe fehlt es uns im großen eigentlich an gar nichts, im kleinen aber fehlt es an allem, weil uns unser Land oft mit den alltäglichen Problemen allein lässt. Deshalb habe ich mich in diesem Jahr sehr über das mit den deutschen Spenden eingerichtete Psychologie-Kabinett gefreut, weil es uns und unseren Psychologen die Möglichkeit gibt, mit den neuen Kindern, die meist in meine Gruppe kommen, individuell zu arbeiten. Eigentlich habe ich mich nie richtig getraut, die deutschen Helfer um etwas zu bitten. Als ich ihnen dann aber von den speziellen Schwierigkeiten mit den Kindern in meiner Gruppe erzählte, haben sie sich viel Zeit für mich und meinen Kollegen genommen, genau zugehört und sofort Geld für die dringend notwendigen Materialien einer Beschäftigungstherapie zur Verfügung gestellt. Das hat unser Arbeiten vor allem mit den neuen Kindern, von denen viele sehr aggressiv sind, enorm erleichtert. Ich weiß, dass meine Worte nicht ausreichen, um zu sagen, was ich empfinde. Aber es liegt mir am Herzen, mich bei allen deutschen Helfern zu bedanken und Ihnen allen ein gesegnetes Fest wünschen.

„Warum die Nähwerkstatt mein liebster Platz wurde“

Eigentlich wünschen wir uns am meisten eine neue Heizung, denn unser Heim steht in den Bergen und es ist sehr kalt in unseren Zimmern. Im Herbst stellt man uns kleine eiserne Öfchen in die Zimmer. Im Mai nimmt man sie dann wieder weg. Die Deutschen haben gesagt, dass sie dafür leider kein Geld haben. Dafür waren es die ersten Ausländer, die sich mit mir unterhalten haben. Sie haben sich auch für die Gedichte interessiert, die ich schreibe. Sie wollen sie bald auf eine Internetseite stellen. Das gefällt mir – dann können auch andere Kinder meine Gedichte lesen. Im Moment habe ich aber zum Schreiben nur noch wenig Zeit, denn ich gehe nach der Schule fast jeden Tag in die Nähausbildungs-Werkstatt, die uns die Deutschen statt einer Heizung geschenkt haben. Für mich ist das der schönste und hellste Raum im Kinderheim. Und deswegen wollen sehr viele Kinder dort auch lernen. Auch wegen der Lehrerin, die sehr streng aber auch sehr gut zu uns ist. Sie hat mir schon viel beigebracht - zuerst sticken, dann bügeln und nähen. Jetzt haben wir richtig mit dem Schneidern begonnen. Viele von uns haben Angst, wenn sie das Heim verlassen müssen. Seit die Schneiderei da ist, ist das anders. Ich z. B. werde im nächsten Jahr meine Prüfung ablegen und mein Abiturball-Kleid ganz alleine entwerfen und schneidern. Wenn ich gut bestehe, hat neulich eine Besucherin gesagt, darf ich bei ihr arbeiten. Erst danach hat meine Lehrerin mir gesagt, dass das die Direktorin eines Textilwerks in unserem Ort war und das ich das erste Mädchen bin, dass das Heim mit einer ordentlichen Berufsausbildung verlässt und das ich darauf sehr stolz sein kann. Das bin ich auch.
 

Anelia, 17 Jahre

PS: Anelia ist Halbwaise. Ihre Mutter ist nicht in der Lage, sich um das Mädchen zu kümmern, aus dem inzwischen eine stille, intelligente junge Frau geworden ist. Wir alle mögen ihr leises Lächeln und ihre Zielstrebigkeit. Wie es in ihrem Inneren aussieht, davon erfuhren wir erst durch ihre Gedichte. Hier ist eines davon:

ICH

bin
ein Kind
iIm Waisenhaus
rollt die Welt
durch meinen Kopf
auf der Kugel ich
wie ein Artist allein
und
einsam

In der Nähausbildungswerkstatt lernen heute 15 Jugendliche. Im kommenden Jahr werden fünf von ihnen ihre Berufsausbildung beenden, davon erhalten drei eine Festanstellung in einem Textilbetrieb. Die anderen zwei sind noch unentschieden.

Zwiebeldiebe und andere unerfreuliche Geschichten

Ich habe gleich geahnt, dass das mit der Agrarausbildung nicht so funktionieren wird, dass es Schwierigkeiten geben wird. Die meisten Jugendlichen haben noch nicht begriffen, dass sie bei mir was lernen sollen. Es ärgert mich, wenn ich sie erst suchen muss und mich vor allem die Roma-Jungen dann fragen, was ich ihnen für die Arbeit im Garten zahle. In unseren Heimen hat man die Kinder daran gewöhnt, dass sie immer bekommen, ohne das sie dafür was tun müssen: Essen, Kleidung. Also muss man die Kinder erst mal motivieren. Aber die Erzieher haben mich und unsere deutschen Helfer einfach im Stich gelassen. Zu jeder Unterrichtseinheit, musste ich mir die Kinder selbst zusammen-suchen. Einige habe ich dann doch motiviert. Wir haben das Land gepflügt, ich habe ihnen gezeigt, wie man den Pflug einstellt, wie man mit Unkrautvernichtungsmitteln umgeht, wie man Kartoffeln steckt und erntet. Auch Obstbäume und Zwiebeln haben wir gepflanzt. Ist viel zu tun hier, hat ja 20 Jahre niemand was gemacht. Aber ich habe gleich gesagt, wenn das Land nicht eingezäunt wird, kommen Leute und klauen. Die Deutschen haben gesagt, das sie nicht genügend Geld hätten, um die 1500 Quadratmeter Land einzuzäunen. Ich schäme mich dafür, dass wir nicht einmal in der Lage ist, solche Projekte zu schützen. Die Stadt hat zwar Polizeistreifen angeordnet – aber unsere Polizei, das ist ein anderes Thema…. Also wurden eines Nachts die meisten Zwiebeln rausgerissen und gestohlen. Für die restlichen haben wir immerhin noch 60 Euro bekommen. Die haben wir gleich wieder in den Garten gesteckt. Die Textilarbeiterinnen, die hier immer vorbeikommen fragen immer: Na wann können wir bei euch was kaufen. Also das Projekt kann gut funktionieren – aber die Erzieher hier sind wenig motiviert, vor allem aber nicht qualifiziert. Sonst würden sie den Kindern beibringen, dass das Projekt eine Chance ist, später mal Arbeit zu finden. Überall suchen Agrarbetriebe gute Leute. Die holen jetzt schon Leih-arbeiter aus China. Ich glaube fast, zuerst bräuchten die Erzieher hier eine Ausbildung und dann die Kinder – da würde manches besser laufen. Die Deutschen haben mir erzählt, dass versuchen, eine Sponsor für so eine Qualifizierung zu bekommen. Die haben wohl schon mehrere Stiftungen angeschrieben – aber bisher haben die das wohl abgelehnt. Schade, dabei würde das den Kindern wahrscheinlich am meisten helfen….

Georgi, 65, Agrarausbilder, Panagyurishte

 Scherzkekse und Bohrmaschinen

Mein Freund Dieter Mathies hatte mich gefragt, ob ich nicht an der diesjährigen Patenreise des Vereins teilnehmen will. Es gebe einiges zu sehen und vieles zu reparieren. Ich war neugierig und sah zum ersten Mal mit eigenen Augen ein Projekt, das mit deutschen Spenden im Ausland realisiert wurde. Die Idee, dass der Verein jedes Jahr eine Reise für Paten, Mitglieder und Sponsoren anbietet, finde ich echt toll, weil so die Möglichkeit besteht, sich vor Ort über die Verwendung der Spenden zu informieren. Bei wie vielen Projekten ist das schon möglich? Nach so einer Reise beurteilt man viele Dinge plötzlich völlig anders, fällt Urteile langsamer und bekommt einen Blick dafür, dass der Teufel eben immer in den Details steckt – und die haben es in fremden Ländern meist in sich. Gleichzeitig aber kann man selbst mit anpacken: Wir haben die Flure mit abwaschbarem Anstrich versehen und in den Treppenhäusern Geländer montiert. Immer waren kleine „Scherzkekse“ in unserer Nähe und versuchten uns ausdauernd, die Bohrmaschinen zu stiebitzen. Ich habe da so eine Ahnung bekommen, was die Erzieher hier so leisten müssen. Besonders am Abend wurde mir klar, dass viel zu wenige Betreuer für viel zu viele Kinder da sind. Das ist die Zeit, in der dann auch die meisten Dinge kaputt gehen. Als Fachmann habe ich sofort gesehen, wie dringend einige Bäder saniert werden müssen. In vielen Zimmern brauchen die Schränke neue Türen, einigen Wohnzimmern würden neue Möbel gut tun. Besonders gefiel mir, welch enge Beziehung zwischen Kindern und Vereinsmitgliedern besteht. Auch wenn die Vorstands-mitglieder einen Termin nach dem anderen hatten, fanden sie in den wenigen Zeit, die ihnen blieb, doch immer noch Zeit für einzelne Kinder. So beobachtet ich, wie der Vorstandsvorsitzende mit ein paar Kleinen auf dem Schoß Trickfilme sah, Dora Stütz oft mit größeren Mädchen sprach, die alle bei ihr Rat su suchen schienen. Also ich verstehe jetzt, warum mein Freund Dieter Mathies sich entschieden hat, sich in diesem Projekt zu engagieren.

Thomas Schmiedecke, Handwerker

 Schopska-Salat und bulgarisch-deutscher Hackbraten

In unserer Gruppe fand in diesem Jahr eine Koch-Ausbildung statt. Sechs Jungen und sechs Mädchen haben daran teilgenommen. Zwei Abende in der Woche lernten wir mit zwei Berufsausbilderinnen alles, was man über die Zubereitung von Speisen und über gesunde Ernährung wissen muss. Das wäre früher gar nicht möglich gewesen, aber jetzt haben wir ja in jedem Haus eine Küche. Der schönste Moment für uns war der Abschluss der Ausbildung. Nicht nur, weil wir da unsere Ausbildungszertifikate bekamen. Sondern auch, weil die deutschen Helfer eine große Spende übergaben, damit unsere Ausbildung auch im kommenden Jahr gesichert ist. Danach saßen wir den ganzen Abend mit Mirko Schwanitz und Dora Stütz zusammen. Mirko Schwanitz versuchte uns zu zeigen, wie man einen deutschen Hackbraten macht. Das war ganz lustig, weil es bei uns nicht alle Gewürze dafür gab, so wurde es mit viel Improvisation ein echt bulgarisch-deutscher Hackbraten. Dora Stütz machte süße Leckereien zum Nachtisch und wir zeigten unseren echten richtigen Schopska-Salat. Am Ende saßen wir ein paar Stunden beisammen und erzählten – ich finde, solche Abende müsste es öfter geben. Für mich war es einer der schönsten Abende im ganzen Jahr.                                                                                                                                                                  

Ioana, 16 Jahre

Berufsausbildung ist das Wichtigste für unsere Kinder

Mein Name ist Nina Naydenova. Ich bin Direktorin des Heimes „Vasil Petleschkov“. Es ist noch nicht lange her, als ich plötzlich einen Anruf bekam, dass Vertreter einer deutschen Hilfsorgani-sation unser Heim besuchen wollten. Sie fragten, ob wir uns vorstellen könnten, in unserem Kinderheim eine Berufsausbil-dungsküche einzurichten. Diese Küche sei ursprünglich für das Heim „Maria Luisa“ vorgesehen gewesen, könne aber dort nicht in der geplanten Frist errichtet werden. Der Vorschlag klang in unseren Ohren wie ein Traum. Nun muss man wissen, dass der Name des deutschen Vereins bei den Erziehern im ganzen Land einen ausgezeichneten Ruf besitzt. Vor allem den, einzuhalten, was er zusagt. Wir haben deshalb sofort beschlossen, zu beweisen, dass man sich auch auf uns verlassen kann. Inzwi-schen sind die Planungen in vollem Gange, das Konzept für den theoretischen Teil des neuen Ausbildungsgangs in unserer örtlichen Mittelschule ist ausgearbeitet und mit den Vorgaben der bulgarischen Gesetzgebung in Übereinstimmung gebracht. Für viele unserer Jugendlichen ist diese Küche die Zukunft. Denn die Berufsausbildung ist in unserem Land lange vernach-lässigt worden. Heute werden gute Fachkräfte, gerade Köche und Köchinnen, in unserer Tourismusbranche händeringend gesucht. Mit einer guten Ausbildung hat man also fast so etwas wie eine Jobgarantie. Was unseren Bürgermeister besonders beeindruckte war, dass die Deutschen sofort mit offenen Karten spielten. Sie haben gleich gesagt, dass noch Spenden zur Fertigstellung der Küche fehlen. Deshalb möchte ich zunächst allen, die bereits geholfen haben, den Dank der Bürger der Gemeinde Bratsigovo sagen. Denn wir hier betrachten unsere Heimkinder wirklich als unsere eigenen Kinder. Gerade deshalb möchte ich alle, die dies können und diesen Brief lesen, bitten, helfen sie unseren Kindern mit Spenden – es gibt für sie keine bessere Zukunftssicherung, als eine vernünftige Berufsausbildung. Es ist der Schmerz der bulgarischen Mütter, dass eine halbe Million ihrer Kinder in den letzten Jahren das Land verlassen haben. Wir aber möchten, dass unsere Schützlinge in unserer Nähe bleiben. Das sie sich hier in Bratsigovo und Umgebung ansiedeln, in unseren Hotels und Gaststätten arbeiten können. Kurz, dass sie ihre Zukunft in ihrer Heimat und nicht in der Fremde sehen. Das ist es, worum ich sie bitten möchte. Ihnen allen ein gesegnetes Fest. Wann immer es sie nach Bulgarien verschlägt, wir freuen uns, Sie in einmal in unserem Heim begrüßen zu dürfen.

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Liebe Spender, Mitglieder und Paten

wieder liegt wieder ein ereignisreiches Jahr hinter uns, in dem der Vorstand seine Kraft einsetzte, um die Zukunftsperspek-tiven der Kinder in nunmehr bereits drei bulgarischen Kinder-heimen zu verbessern. Gefördert wurden in Panagyurishte die Lehrschneiderei und das Agrarprojekt, im Heim „Maria Luisa“ Koch- und Hauswirtschaftskurse in Vorbereitung auf eine künftige Berufsausbildung in der Ausbildungsküche in Bratsi-govo sowie Projekte, die die therapeutische Betreuung der Kinder entscheidend verbessern helfen. Nach wie vor fließen nicht unerhebliche Spendenmittel in die Instandhaltung der Gebäude des Heimes „Maria Luisa“. Die Errichtung des geplanten Ausbildungs- und Therapie-zentrums wird laut Gemeinderatsbeschluss von der Gemeinde Plovdiv übernommen, die dafür Mittel aus den Infrastruktur-fonds der EU berantragen will. Besonders intensiv wird derzeit an der Realisierung der Berufsausbildungsküche im Kinderheim in Bratsigovo gearbeitet, die auch Ausbildungs-plätze für die Kinder aus dem Heim „Maria Luisa“ bereitstellen und weitere drei Sozialeinrichtungen für Kinder, alte und behinderte Menschen versorgen wird. Insgesamt sollen hier pro Jahr 18 Azubis eine Ausbildung erhalten. Hier arbeitet der Verein eng mit anderen Organisationen zusammen, um die die noch fehlenden Spendenmittel aufzubringen. Benötigt werden für dieses Projekt zum derzeitigen Zeitpunkt noch etwa 30 000 Euro.

Mit Unterstützung bulgarischer Studenten in Deutschland sowie den engagierten Webdesignern und – programmierern Christoph Schüssler und Jens Plattfaut ist es uns endlich gelungen, die lange gewünschte neue Website zu gestalten und als Forum für Information und Kommunikation zur Verfügung zu stellen. Inzwischen wurden über diese Darstellung unserer Arbeit erste Spenden aquiriert und immer mehr Menschen wenden sich mit Hilfsangeboten oder Bitten um Hilfe an uns. Das zeigt, wie wichtig diese Arbeit war. Die Website wird auch

Im Heim Maria Luisa hat die dreijährige Überbelegung des ersten und nunmehr vor acht Jahren eingeweihten Gebäudes seine Spuren hinterlassen. vier Bäder und Toiletten müssen grundsaniert werden - Kostenpunkt rund 20 000 Euro. Das Anfertigen der von Thomas Schmiedecke angesprochenen neuen Schranktüren und die damit verbundenen Reparaturen an den Einbauschränken in den zwei betroffenen Wohneinheiten kosten etwa 1500 Euro. Desweiteren möchte der Verein im kommenden Jahr laufende Therapieprojekte sowie die Schulabschluss- und Abiturientenfeier im Heim „Maria Luisa“ unterstützen und sich mehr in der Betreuung der Jugendlichen engagieren, die das Heim „Maria Luisa“ verlassen. Dazu werden wir im kommenden Jahr Gespräche mit der „Agapedia-Stiftung“ von Ex-National-und heutigem Bayern-München-Trainer, Jürgen Klinsmann, aufnehmen, die von sich aus Kontakt zu unserem Verein gesucht hat.

Im Heim Panagyurishte wird die Schneiderlehrwerkstatt weitergeführt. Ob und wie das Landwirtschaftsprojekt fortgeführt werden kann, wird davon abhängen, ob es uns gelingt, zweckgebunden zusätzliche Spenden zu aquirieren. Dringend notwendig ist die Klärung der Sicherung des Projektes und der Wasserversorgung im Sommer, da sich in diesem Jahr auch zeigte, dass die Fläche ohne eigenen Brunnen im Sommer kaum zu bewässern und die Entnahme von Wassre aus dem nahliegenden Flüßchen in Zeiten der Wasserknappheit von den Behördenseite verboten ist.

Auf Nachfrage möchten wir mitteilen, dass natürlich Spender und Sponsoren ebenso herzlich zur Teilnahme an den Mitglieder- und Patenreisen eingeladen sind. Die nächste Reise wird voraussichtlich Anfang Oktober 2009 stattfinden. Interessenten melden sich bitte per mail unter verein@bulgarische-kinderheime.de die genauen Daten werden im Frühjahr auf unserer Webseite unter „News“ veröffentlicht.

Ihr Vorstand

 

 

 

 

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Dimitar ist an einem äußerst seltenen Typ von Diabetes erkrankt. Der Verein finanziert über Spenden einen Teil seiner teuren medizinischen Betreuung sowie die anfallenden Fahrtkosten in die Spezialklinik in Sofia

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Mehr als 20 Kinder nehmen an einem Art-Therapierprojekt teil, das den Kindern hilft, ihre Gefühle auszudrücken. Nach etwa einem Jahr sind bei den meisten die dunklen Farben aus den Bildern verschwunden – für die Therapeutin ein sicheres Zeichen, dass sich in den Seelen der Kinder etwas zu ändern beginnt – das Projekt wird vom Verein mit unterstützt

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Mit diesem Bild gewann Christos (7 Jahre) einen internationalen Malwettbewerb – seine Teilnahme wurde durch unser Vereinsmitglied und Henkel-Mitarbeiterin Kirsten Grunewald ermöglicht

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Ihre Spenden ermöglichten in diesem Jahr die Einrichtung eines modernen Psychologie-Kabinetts das den Psychologen Im Heim „Maria Luisa“ fortan eine individuellere Arbeit mit einzelnen Kindern ermöglicht, wie hier mit Artem (7 Jahre)

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Erzieherin Ivanka Tschobanova freut sich darüber, das die deutschen Spender die notwendigen Materialien für eine dringend notwendige Beschäftigungstherapie finanzieren -

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„denn in unserer Gruppe fangen wir die Neuankömmlinge auf. Die Kinder sind meist hyperaktiv und den meisten müssen wir erst elementarste Regeln des Zusammenlebens beibringen, z.B. wie man ordentlich an einem Essentisch sitzt

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15 Jugendliche lernen derzeit in der mit Ihren Spenden eingerichteten und finanzierten Lehr-Schneiderei. Anelia (17 Jahre) wird das erste Mädchen sein, das hier seine Berufsausbildung abschließt.

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Natürlich will auch das Bügeln gelernt sein! Inzwischen interessieren sich die Direktoren der Textilbetriebe der Region für die "Azubis" aus dem Hem Panagyurishte

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Vereinsvorsitzender Mirko Schwanitz und Patenschaftsbe-auftragte Dora Stütz diskutieren mit Ausbilder Georgi und dem neuen Heimleiter die nicht unerheblichen Probleme bei der weiteren Umsetzung des Agrarausbil-dungsprojekts in Panagyurishte

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Zwar konnten wieder fast zwei Tonnen Kartoffeln geerntet werden, doch machte dem Projekt in diesem Jahr der Wassermangel zu schaffen, ein großer Teil der Zwiebelernte wurde gestohlen, weil für das Einzäunen der 1500 m2 Fläche kein Geld vorhanden war. Ein Brunnen wäre zwingend notwendig.

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Der Boden ist für die Aussaat im kommenden Jahr vorbereitet, doch noch ist unklar, ob das Projekt 2009 überhaupt fortgesetzt werden kann – es fehlt an Spenden

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Die mitgereisten Handwerker Dieter Mathies ....

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.... und Thomas Schmiedecke malerten in fün Tagen acht Flure und montierten in fünf Häusern die noch fehlenden Treppengeländer

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Auch die Helferin Katrin Latz hatte während der Renovierungsarbeiten im Heim viel Spaß mit den Kindern

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Mit besonderer Freude beteiligten sich im Hem "Maria Luisa" auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Jugendliche an einem Kochkurs ....

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... und präsentierten stolz ihr Können.

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Zur Verleihung der Diplome waren die Vorstandsmitglieder des deutschen Vereins sowie der stellvertretende Bürgermeister für Soziales, Krassimir Angelov gekommen. Einige der Jugendlichen möchten die Ausbildung in der geplanten Berufsausbildungsküche in Bratsigovo fortsetzen.

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Heimleiterin Nina Naydenova vor dem Eingang des Heimes "Vasil Petleschkov", in dem mit Hilfe des Vereines eine professionelle Berufsausbildungsküche eingerichtet werden soll

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In der geplanten Berufsausbildungsküche sollen täglich 300 Portionen gekocht und im Schichtsystem bis zu 18 Azubis ausgebildet werden.

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Neben dem Heim in Bratsigovo sollen weitere Sozialeinrichtungen sowie ältere und behinderte Menschen versorgt werden