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Entscheidung über Projektförderung 2009 gefallen

Der Vorstand des Vereins zur Förderung Bulgarischer Kinderheime e.V. entschied am 21. März über die Förderung zahlreicher Projekte im Jahr 2009.

Verein errichtet Bulgariens erste Berufsausbildungsküche für Heimkinder

Das Schwerpunkt-Projekt 2009 ist die Errichtung einer Berufsausbildungsküche im Kinderheim "Vasil Petleschkov". Mit dem auch von der Hilfsaktion der Deutschen Bischofskonferenz RENOVABIS und dem Koblenzer Verein "Helft uns leben" unterstützten Projekt erhält Bulgarien eine weitere, nach deutschem Vorbild errichtete Ausbildungsstätte, die am deutschen dualen System orientiert,  theoretische und praktische Ausbildung miteinander verbindet. Nach wie vor ist es eines der größten Probleme bulgarischer Heimkinder, nach ihrem Heimaufenthalt eine vernünftige Berufsausbildung zu erhalten. Das führt dazu,  dass viele Jugendliche nach Verlassen der Heime weiterhin auf Sozialtransfers des Staates angewiesen sind oder, schlimmer noch, in einen Kreislauf von Kriminalität und Prostitution geraten. Das Projekt soll diesem Trend mit einer qualitativ hochwertigen Berufsausbildung nach deutschen Vorbild entgegen wirken und Bulgarien bei seinen Bemühungen um Reformen in der Jugendfürsorge unterstützen. Die zweijährige Ausbildung steht Jugendlichen aus allen Heimen Bulgariens offen und gibt pro Ausbildungsgang 18 Jugendlichen die Chance auf eine selbstbestimmte Zukunft. Schon jetzt werden in ganz Bulgarien qualifizierte Köche händeringend gesucht. Die Berufsausbildungsküche wird darüber hinaus täglich bis zu 300 sozial bedürftige Menschen versorgen. Die Arbeiten sollen im April beginnen.

"Unsere Bitten um finanzielle Unterstützung des Projektes, blieben seitens der Regierung Bulgariens unbeantwortet", konstatierte der Vereinsvorsitzende Mirko Schwanitz. "Das ist für uns aber seit 12 Jahren ein normaler Zustand. In all diesen Jahren ist weder einer unserer Briefe von einer Regierungsbehörde beantwortet worden noch hat man uns  gefragt, ob wir Unterstützung benötigen." Wie IC-MN in Sofia erfuhr, lagen entsprechende Anfragen Vize-Premierministerin Meglena Plugtschieva, dem Vize-Minister für Arbeits und Soziales, Dimitar Dimitrov und der für Verwaltung der Gelder aus dem Europäischen Sozialfond verantwortlichen Direktorin, Boika Boizunova, vor. Schwanitz wollte dies in Berlin jedoch nicht kommentieren.

Die Gemeinde Bratsigovo beteiligt sich trotz schwieriger Haushaltslage an dem Projekt mit einer fünfstelligen Summe sowie der Finanzierung des notwendigen Berufsausbilders. Der theoretische Unterricht wird mit Unterstützung des Bildungsministeriums durch die Einrichtung einer neuen Klasse in der Mittelschule Bratsigovo gewährleistet. Das Investitionsvolumen allein aus deutschen Spendengeldern liegt im sechsstelligen Bereich.

Dank deutscher Ethikbank werden im Heim "Maria Luisa" (Plovdiv)  therapeutische und pädagogische Projekte gefördert

Das Projekt "Geschickte Hände" soll unter anderem die feinmotorischen Fähigkeiten und Kreativität neu ins Heim aufgenommener Kinder im Grundschulalter stärken helfen. "Diese Kinder", so die Direktorin des Heimes, Darina Kukeva, "weisen oft große Defizite im Sozialverhalten auf. Dieser Trend hat sich in den letzten Jahren verstärkt. In vielen Fällen ist ihnen so etwas wie gemeinsames Basteln, Gestalten, das Umsetzen kreativer Ideen völlig unbekannt. Sie wissen oft nicht, wie man mit einer Schere umgeht oder einen Stift hält. All diese Dinge sind aber für die Entwicklung des Gehirns wichtig.  Wer nicht weiß, wie er einen Stift halten soll, wie Farben genutzt, ein Bild gemalt werden soll, der hat es in der Schule besonders schwer. Oft werden diese Kinder von anderen, aus normalen Familienverhältnissen kommenden Schülern ausgegrenzt, was wiederum Einfluss auf das Selbstwertgefühl der Heimkinder hat. Verletztes Selbstwertgefühl wiederum kann sich u.a. in aggressivem Verhalten niederschlagen. Ein Teufelskreis, dem es vorzubeugen gilt." Der Vorstand des deutschen Vereins ist überzeugt, dass das Projekt "Geschickte Hände" dazu einen wichtigen Beitrag leistet.

Wie schon 2008 wird auch in diesem Jahr das sehr erfolgreiche "Art-Therapie"-Projekt finanziell gefördert, das sich an besonders hyperaktive Kinder wendet. Mit diesem Projekt wurden in den vergangenen zwei Jahren hervorragende Erfolge erzielt. Sie bestätigen, dass es die Konzentrationsfähigkeitkeit der Kinder enorm stärkt und durch kreative Arbeit vorhandene Defizite auszugleichen. Gleichzeitig ist diese Therapie wichtiger Bestandteil der für alle teilnehmenden Kinder notwendigen Trauma-Behandlung. Ausstellungen und Auszeichungen bei internationalen Malwettbewerben dokumentieren die Erfolge dieser Therapie und trugen zudem erheblich zur Stärkung des Selbstbewusstseins der Kinder bei. "Die weitere Förderung eines solch erfolgreichen Projektes sei für den deutschen Verein selbstverständlich", erklärte dessen Vorsitzender Mirko Schwanitz. "Wir sind aber nur die Vermittler der Spenden. Die Unterstützung der Projekte im Heim Maria Luisa ist zu einem großen Teil der Ethikbank im thüringischen Eisenberg zu verdanken, die ihre Kunden seit Jahren gezielt um die Unterstützung sozialer Projekte bitte." Er kenne keinen andere deutsche,geschweige denn bulgarische Bank, die sich derart für soziale Belange in Bulgarien einsetze. Um so höher schätze er die Unterstützung, sagte Schwanitz.

Desweiteren unterstützt der Verein das Heim "Maria Luisa" finanziell bei der Unterbringung von sechs Gymnasiasten im "Dorf Jugend", einer Einrichtung, in der die Jugendlichen im Anschluss an den Heimaufenthalt das selbstständige Wohnen lernen sollen. Dabei können sie jedoch weiterhin auf die Betreuung durch ihre Heim-Pädagogen zählen. "Die Stärkung der Fähigkeiten, die für ein selbstständiges und selbstbestimmtes Leben nach dem Heimaufenthalt notwendig sind, sind ein ganz entscheidendes Anliegen des deutschen Vereins", sagte die stellvertretenden Vereinsvorsitzende nach der Sitzung gegnüber IC-MN.

Finanziell gefördert werden weiterhin ein Tanztherapie- sowie ein Bildungsprojekt, das sich im weitesten Sinne mit der Vermittlung von Traditionen der bulgarischen Kultur beschäftigt, darin inbegriffen ist die Finanzierung von Reisen der Kinder zu kulturhistorisch wichtigen Stätten der Bulgarischen Kultur und Geschichte.

In Panagyurishte wird ein Berufsausbildungsprojekt fortgesetzt, ein anderes "eingefroren"

In Panagyurishte unterhielt der Verein Zur Förderung Bulgarischer Kinderheime bisher zwei Berufsausbildungsprojekte. Eine Schneiderwerkstatt und ein Ausbildung im Bereich Agrarwirtschaft. Der Verein finanziert hier weiterhin die Stelle einer Lehrausbilderin für Schneiderei sowie einen Teil der laufenden Betriebskosten. "Die Auswirkungen der Finanzkrise und der damit einhergehende Spendenrückgang führt dazu, dass wir hier in diesem Jahr nicht alle erforderlichen Investitionen vornehmen können, die ursprünglich vorgesehen waren", erläuterte Schatzmeister Jochen Klinghammer. "Wir bekennen uns aber ausdrücklich zu diesem Projekt, da wir davon überzeugt sind, dass eine vernünftige Berufsausbildung die einzige Chance dieser Jugendlichen ist, nach dem Heimaufenthalt eine Arbeit zu bekommen und ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen. Die Investitionen sind also nur aufgeschoben, nicht aufgehoben."

Einen Wehrmutstropfen gab es auf der Vorstandsitzung dennoch. Das Projekt der agrarwirtschaftlichen Ausbildung wird eingefroren, da die Spendensituation eine Weiterführung im Moment nicht zulasse. Auch habe sich gezeigt, dass die Gemeinde und die Heimleitung derzeit nicht im Stande sind, Maßnahmen zu ergreifen, die sich für die Sicherung des  Projektes als notwendig erwiesen haben. Dazu gehöre eine Einzäunung des Geländes und eine Sicherung der Wasserversorgung. Sollte sich zeigen, dass die Gemeinde hier tätig wird, ist der deutsche Verein bereit Gespräche über eine Neuaufnahme des Projektes zu führen.

Quelle: IC-MN ("international correspondents-media network" ist ein internationales Korrespondenten-Netzwerk)

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Im Heim "Vasil Petleschkov" sollen im April die Bauarbeiten zur ersten Berufsausbildungsküche für Heimkinder in Bulgarien beginnen. Hier sollen dann pro Ausbildungsgang 18 Heimkinder aus ganz Bulgarien eine Berufsausbildung erhalten. Außerdem wird die Küche täglich 300 sozial bedürftige Personen versorgen

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Das seit zwei Jahren erfolgreich laufende Art-Therapie Projekt im Plovdiver Kinderheim "Maria Luisa" soll weiter gefördert werden. Es leistet einen herausragenden Beitrag zur Traumabehandlung und stärke die kreativen- und Konzentrationsfähigkeiten besonders hyperaktiver Kinder

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Die traditionellen Martenizi basteln ist ein Bestandteil des Projektes "Geschickte Hände" mit dem insbesondere die feinmotorischen und kreativen Fähigkeiten neu ins Heim aufgenommener Kinder im Grundschulalter gefördert werden soll

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Im Heim Panagyurishte wird sich der Verein fortan auf die Berufsausbildung in der mit deutschen Spenden eingerichteten Schneiderwerkstatt konzentrieren