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Baustart zur Errichtung einer Berufsausbildungsküche in Bratsigovo erfolgt

Bratsigovo: In der letzten Aprilwoche erfolgte der Start zum neuesten Projekt der Vereins Zur Förderung Bulgarischer Kinderheime e.V.

Im Kinderheim "Vasil Petleschkov" in der Rhodopen-Gemeinde Bratsigovo begannen nach knapp einjährigen Vorarbeiten die Bauarbeiten zu einer neuen Berufsausbildungsküche, mit der bulgarische Heimkinder zum ersten Mal ein eigenes Berufsausbildungszentrum erhalten

Ab September sollen hier 18 Auszubildende in einer zweijährigen Ausbildung den Beruf eines Gastronomie-Facharbeiters und Kochs erlernen und täglich bis zu 300 Portionen kochen. Dazu wird in Absprache mit dem Bulgarischen Bildungsministerium eine neue Berufsausbildungsklasse in der Mittelschule von Bratsigovo eröffnet. Die enge Verbindung von theoretischer und praktischer Ausbildung ähnelt dabei dem deutschen dualen Ausbildungssystem. Damit ist dieses Projekt zugleich einzigartig und Beispiel gebend für ganz Bulgarien, erklärt der Bürgermeister der Gemeinde Vasil Gjulemetov.

Neu ist auch, dass die Küche nicht nur als Ausbildungsort dienen, sondern zugleich die Versorgung weiterer sozialer Einrichtungen in der Gemeinde sicher stellen soll,  darunter auch die Versorgung von alten und behinderten Menschen. "So lernen die Auszubildenden nicht nur alles, was für den Betrieb einer solchen Großküche und für den Beruf eines Kochs notwendig ist, sondern erfahren ihre Ausbildung zugleich als geschätzte, wichtige und gesellschaftlich nützliche Tätigkeit", zeigt sich Heimleiterin Nina Naydenova begeistert.

Während die Gemeinde mit 20 000 Euro an dem Projekt beteiligt, steuern deutsche Sponsoren den Mammutanteil der Gelder bei. Der Verein zur Förderung Bulgarischer Kinderheime und der Koblenzer Verein "Helft uns Leben" steuern knapp 70 000 Euro zum Projekt bei, die Hilfsaktion der deutschen Katholiken für Mittel und Osteuropa, RENOVABIS, 50 000 Euro.

Derzeit bemüht sich der Verein bei möglichen Förderern, um weitere finanzielle Unterstützung des Projektes. Nach Aussagen des stellvertretenden Ministers Dimitar Dimitrov und Expertinnen des Europäischen Sozialfonds hat das Projekt zudem gute Chancen auf eine Anschlussfinanzierung, mit der Personal- und Betriebskosten weiter gesichert werden sollen. Bis Ende Mai wollen der Verein Zur Förderung Bulgarischer Kinderheime e.V. gemeinsam mit seiner Partnerorganisation "Nationale Alliance for Volunteer Action" (NAVA)  einen entsprechenden Antrag einreichen.

"Die berufliche Ausbildung von Heimkindern ist ein wichtiger Schritt, denn nur mit einer solch professionellen Ausbildung können wir einem bisher ernsten Problem begegnen", erklärt die Exekutiv-Direktorin der NAVA, Reneta Veneva. "Bisher ist es leider immer noch so, dass viele Kinder, die die Heime verlassen, keinen Anschluss an das Berufsleben finden, als Tagelöhner auf Baustellen arbeiten oder schlimmer noch, wieder in einen Kreislauf von Gewalt und Prostitution geraten. Dieses Projekt wird zeigen, dass es möglich ist, dieses Problem in den Griff zu bekommen."

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Als erstes ist es notwendig, die alte Küche zu demontieren. Dazu gehört auch Herausreißen der bisherigen Durchreiche zum Speisesaal

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Die alten Küchengeräte haben ausgedient. Während der Umbauphase werden die Kinder des Heimes von einer kleineren Einbauküche im 1. Stock des Heimes aus versorgt.

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Schon in den ersten Tagen schritten die Baumaßnahmen zügig voran. Viel Zeit bleibt nicht, denn schon Ende Juli sollen die neuen Küchengeräte aus Deutschland angeliefert werden

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Zahlreiche Gespräche und Verhandlungen waren im Vorfeld notwendig, um die Nachhaltigkeit des Projektes von Beginn an zu sichern. Wichtig dabei insbesondere Gespräche wie hier im Bulgarischen Arbeits- und Sozialministerium. Gemeinsam mit dem stellvertretenden Arbeitsminister Dimitar Dimitrov und Expertinnen des Europäischen Sozialfonds loten Mirko Schwanitz und Reneta Veneva Möglichkeiten einer Anschlussfinanzierung aus. Auch die deutsche Botschaft zeigte durch Anwesenheit der stellvertretenden Botschafterin Steinacker Präsenz (Bildmitte)

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Die wichtigsten Details aber werden in enger Abstimmung im Büro des Bürgermeisters besprochen. Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde läuft bisher reibungslos.