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Hilfe für behinderte Kinder - Ein Super-Talker für Fanny
Wissen Sie, was ein Super-Talker ist? Nein? Dann stellen Sie sich vor, Sie sitzen in einem Rollstuhl. Ihnen ist kalt, aber Sie können es niemandem sagen, weil Sie nicht sprechen können. Oder es kommen fremde Menschen zu Ihnen, fragen Sie etwas und Sie können nicht antworten. In so einer Situation verstehen Sie erst, wie wichtig aber auch wie selbstverständlich es für uns alle ist, zu kommunizieren. Ein Super-Talker tut genau das. Er hilft Menschen, die nicht oder nicht mehr mit Sprache kommunizieren können, mit anderen in Kontakt zu treten.
Ein Super-Talker ist dabei nur eine von verschiedenen elektronischen Kommunikationshilfen, die für Menschen entwickelt wurden, die nicht sprechen können. Er ist in Felder eingeteilt. Hinter jedem Feld befindet sich eine Taste. Das Gerät funktioniert nun ähnlich wie ein Recorder. Man nimmt einzelne Sätze und Fragen auf, die für die Kommunikation zwischen dem Behinderten und den ihn umsorgenden Personen wichtig sind. Zum Beispiel "Ich möchte etwas essen." oder "Gehst Du mit mir spazieren?" Diese Sätze und Fragen können dann den einzelnen Feldern zugewiesen werden. Der Behinderte erkennt dann durch Zeichnungen, Bilder oder Piktogramme die Bedeutung der Tasten und kann sich durch Drücken verständlich machen.
Am 26. Oktober besuchten Ursula Bürgel und Kathrin Latz, zwei Mitgleider unseres Vereins, Fanny. Begleitet wurden wir von Fannys Lehrerin. Ursula und Kathrin hatten Fanny auf der Patenreise im vergangenen Jahr kennengelernt. Damals erzählte die Lehrerin, die an der Schule in Strelcha mit behinderten Kindern arbeitet, dass es sehr schwierig sei, Fanny zu fördern, da sie nicht sprechen kann.
Fanny hatte im Alter von vier Jahren epileptische Anfälle, die dazu führten, dass sie heute körperlich schwer behindert ist und nicht mehr sprechen kann. In einem einfachen Rollstuhl und unter Aufbietung all ihrer Kräfte fährt die Mutter Fanny über holprige Straßen zur Schule. Das dauert fast eine halbe Stunde. Im Winter ist es unmöglich. Dann kommt Lehrerin Maria zu Fanny nach Hause.
Dank einer Spende der Firma PRENTKE-ROMICH, die solche Geräte entwickelt, vertreibt und auch ihre Benutzer anleitet, konnte der Verein Fanny und ihrer Lehrerin nun einen solchen Super-Talker zur Verfügung stellen. Damit ist nicht nur Fanny und ihrer Lehrerin geholfen. In Bulgarien beginnt man gerade erst, sich mit der Förderung behinderter Menschen zu befassen. Das hier völlig unbekannte Gerät zeigt bulgarischen Therapeuten nun eine neue Möglichkeit, die auch Menschen ohne Lautsprache hilft, selbstständiger am Leben teilnehmen zu können.
Natürlich wird der "Verein zur Förderung bulgarischer Kinderheime" e.V. Fanny und Maria weiterhin begleiten. Dann kann Fanny uns vielleicht eines Tages zeigen, was sie alles kann und weiß.

Hier wohnt Fanny! Durch die Glasscheiben kann man ihren Rollstuhl erkennen. Maria, die Lehrerin, hatte die Gäste aus Deutschland angemeldet, und Fannys Mutter, vor dem Haus stehend, empfängt sie sehr freundlich.

Über diese holprige Straße schiebt die Mutter Fanny zur Schule. Sie braucht dafür fast eine halbe Stunde. Im Regen oder wenn Schnee liegt, geht das gar nicht. Dann kommt Maria zu Fanny nach Hause und unterrichtet sie dort.

Fanny sitzt auf einer Couch und zeigt noch wenig Interesse an dem fremden Besuch, während Kathrin, die Bulgarisch spricht, Maria ein paar Fragen und fachliche Hinweise von Ursula übersetzt.

Jetzt aber ist die Freude groß! Maria hat ein Geschenk mitgebracht. Alle sind sehr gespannt, ob Fanny versteht, dass sie damit einmal selbständig Kontakt zu anderen Menschen aufnehmen und Wünsche äußern kann.

So wurde der Supertalker übergeben. Ursula hatte die Bilder und Aussagen ausgewählt, und Kathrin hatte dafür gesorgt, dass das Gerät auch Bulgarisch "sprechen" konnte. Das erste Bild darauf ist ein Foto von Fanny aus dem Vorjahr.

Du musst Deinen Zeigefinger nehmen und hier drücken! Auch das muss Fanny erst lernen. Hier hilft Maria natürlich noch. Aber Fanny gibt sich Mühe und konzentriert sich sehr genau auf ihre neue Aufgabe.

Hast du das gehört? Du hast gesagt: Ich bin Fanny und wie heißt du? - Ich heiße Maria. Man sieht, wie aufmerksam Fanny ist. Nun kannst du unsere Gäste fragen wie sie heißen. Und das hat Fanny dann richtig Spaß gemacht.






Hilfe für behinderte Kinder - Ein Super-Talker für Fanny



…wenn es durch ihre Arbeit gelingt, auch nur einem einzigen dieser ‚Nullchancen‘-Kinder ein menschenwürdiges Zuhause und damit wenigstens ein paar Chancen und Voraussetzungen für ihr künftiges Leben zu geben, so hätte sich dieses Projekt einen Nobelpreis verdient…



Im Rahmen dieses Wettbewerbs erhielten wir für das Projekt „Rekonstruktion des Waisenhauses Maria Luisa“ einen ersten Preis, der von der ehemaligen EU-Kommissarin Monika Wulff-Matthies überreicht wurde.
Außerdem wurde das Projekt unter die 25 besten ehrenamtlichen Hilfsprojekte Deutschlands gewählt.